Home
Spieleabend im März
Geschichte
Bilder von "damals"
Könige / Königinnen
Mitglieder seit 1961
Schützenfeste
Zeitungsmeldungen
Aktivwochenenden
Probevogel
Weihnachtsfeiern
Gästebuch
Kontakt / Impressum
Links
Sitemap

Geschichtliches 

Die Jungschützen im Jahr der Gründung 1934, Köngispaar Adolf Müller u. Gerda Winkemann

 

Die Jungschützen

- Nachwuchs der Gesellschaft -von Ehrenoberst Horst Römer
aus dem Buch zum 150-jährigen Jubiläum der Plettenberger Schützengesellschaft

Wer das Forum der Schützenhalle betritt, wird an der rechten Stirnseite unter den vielen alten Bildern aus der Geschichte der Schützengesellschaft ein Gruppenfoto vom »Kinderschützenfest 1934« entdecken. Auf ihm sind die Jungschützen des Gründungsjahres mit ihrem ersten König und seinem Thron zu sehen. Wer die Namen der dort abgebildeten aufzählt, wird erstaunte Zuhörer finden, denn nicht nur spätere Vorsitzende, Obristen, Oberschiessmeister, Beiräte und Schützenkönige, sondern auch viele Aktive, die bis heute der Gesellschaft die Treue gehalten haben, sind als Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren hierauf zu sehen.

Viele Namen von Jungschützen werden dabei genannt werden, die im 2. Weltkrieg ihr Leben lassen mußten. Ihrer erinnern wir uns in stillem Gedenken.

Wie kam es zur Gründung einer Jungschützenkompanie ? Angeregt durch den im Jahre 1933 neu gewählten 1. Vorsitzenden der Schützengesellschaft, Altmajestät Adolf Menschel, sollte anstelle der bis dahin üblichen Kinder-Belustigung neben der Schützenhalle erstmals am. 17. und 18. Juni 1934 im Rahmen des Hauptfestes auch ein Kinderschützenfest stattfinden. »Wer die Jugend hat, hat auch die Zukunft«, so hieß damals die heute noch ebenso gültige These. Wie wahr sie ist, beweist die Vereinsgeschichte bis zum heutigen Tage.

Der Chronist, selbst ein Angehöriger der damals gegründeten ersten Jungschützenkompanie, erinnert sich noch gern an die aufregenden Stunden vor dem Huldigungsmarsch am Tage vor dem Fest. Aufgerufen durch den Vorstand, erfolgte am frühen Nachmittag in der Schützenhalle die Einkleidung, die durch eine Spendenaktion aus Mitgliedskreisen ermöglicht worden war. Dazu der beteiligte Chronist: "Wie begeistert waren wir, als wir nach einigen Anproben nun unseren grünen Schützenrock bekamen und dazu einen grünen Schützenstrohhut mit blau-gelbem Band und einer weißen Feder, und wie stolz waren wir, das Mitgliedsabzeichen unserer Gesellschaft zu tragen wie unsere Väter. Auch die Mädchen machten erwartungsvolle Gesichter, denn sie sahen sich schon als zukünftige Schützenkönigin, als wir anschließend unter Vorantritt des Tambourkorps »Gloria« mit seinem Tambourmajor Schumacher durch die Straßen der Stadt marschierten zur damaligen Schützenkönigin."

Am Morgen des ersten Schützenfesttages, am 17. Juni 1934, erlegte der Jungschütze Adolf Müller nach hartem Kampf den Königsvogel mit einem gezielten Schuss und wurde erster Jungschützenkönig. Zu seiner Mitregentin erkor er sich Gerda Winkemann, Tochter des späteren Oberst Walther Winkemann, die im Vorjahr unseres 150-jährigen Jubiläums in Erinnerung an ihre Königinzeit nach 50 Jahren besonders geehrt wurde.

Im darauffolgenden Jahr 1935 erhielten die Jungschützen ihre erste Fahne, die in einer Feierstunde in der Schützenhalle vor dem Jungschützenvogelschießen vom Kreissportschützenwart Thomee, Werdohl, übergeben wurde.

Leider konnte die Fahne zum 100-jährigen Jubiläum 1936 der Kompanie nicht vorangetragen werden, da das Kinderschützenfest wegen einer in Plettenberg grassierenden Kinderlähmungsepidemie ausfallen musste.

Nur noch wenige Jahre waren danach den Jungschützen beschieden, ihr Kinderschützenfest zu feiern. Der Krieg und seine schrecklichen Folgen lähmten bis 1949 alles aktive Leben in der Schützengesellschaft, und erst im Jahre 1960 besann man sich wieder der Jungschützen.

Der Chronist rief - in Erinnerung an seine eigene Jungschützenzeit - alle 10 bis 14-jährigen Söhne der Mitglieder der Gesellschaft zusammen und stellte erneut eine Jungschützenkompanie auf. Wenige Tage vor dem Schützenfest wurden bei einem Waldspaziergang mit der Jugendgruppe aus Weiden- und Haselnuss-Schößlingen für jeden ein sogenannter Schützenstock geschnitten, dessen Rinde von den Jungschützen kunstvoll durch Schnitzereien verziert wurde.

In kurzer schwarzer Hose und weißem Hemd und einem grünen Schützenhut mit blau-gelbem Band schulterten beim Huldigungsmarsch die begeisterten Jungschützen ihren Schützenstock, an dessen Spitze ein buntes Blumensträußchen befestigt war. Beim Huldigungsmarsch im 125. Jubiläumsjahr 1961 wurde von der amtierenden Königin Hiltrud Fröhlich und dem Bürgermeister der Stadt Willi Wicker - Ehemann der ersten Jungschützenkönigin - die neue Fahne der Jungschützen enthüllt. Ehemalige Jungschützenköniginnen von 1934 bis 1939 hatten sie gestiftet. Seitdem nehmen die Jungschützen wieder einen festen Platz im Leben der Schützengesellschaft ein. Annähernd 40 bis 50 Jungen, nun im Alter von 8 bis 14 Jahren, finden sich während eines Schützenjahres zu einer fröhlichen und kameradschaftlichen Gemeinschaft zusammen, die durch mancherlei Veranstaltungen auch außerhalb des eigentlichen Schützenfestes gefördert wird und auf diese Weise dem Schützenwesen verbunden bleibt. Sie ist Quelle und Kraft zugleich, aus der sich die Schützengesellschaft stets erneuert und auch in Zukunft fortbestehen wird.

Jahr für Jahr wird die Jungschützenkompanie aufgrund der wechselnden Jahrgänge neu zusammengestellt und aus ihr ein neuer Hauptmann mit seinen Offizieren gewählt.

Jährlich schießen sie wie ihre Väter auf Ring- und Ehrenscheibe. Wie ihre Altvorderen erlegen sie mit viel Begeisterung vor einem Schützenfest den Probevogel auf dem Schießstand am Kohlbuschberg. Das ist jedesmal ein fröhliches Familienfest, bei dem sich jung und alt zusammenfinden.

Die ganz großen Tage der Jungschützen sind das eigentliche Schützenfest und darin eingebettet das Kinderschützenfest. Am Vortage marschieren sie unter Vorantritt des Tambourkorps der Plettenberger Schützengesellschaft und ihrem Jungschützen-Hofstaat durch die Strassen der Stadt, um der Königin zu huldigen. Anderentags zur gleichen Zeit, wenn ihre Väter auf dem Kohlbuschberg um die neue Königswürde kämpfen, schießen sie in der Schützenhalle mit dem Luftgewehr auf ihren Königsvogel.

Mit ihrem eichenkranzgeschmückten neuen Jungschützenkönig und seiner erwählten Königin holen sie danach unter Vorantritt des Fanfarenzuges am Untertor der Stadt den neuen Schützenkönig der »Großen« ab. Worauf sie sich besonders freuen, ist der Hauptfestzug am Sonntagnachmittag. Hier können sie und ihre Offiziere sich in schmucker Kleidung mit ihrem König und ihrer Königin den Tausenden ihnen zuwinkenden Bürgern und Besuchern der Stadt als eine mit ihrer Schützengesellschaft festverbundene Gemeinschaft vorstellen. Im Rahmen des sich anschließenden Konzertes in der Schützenhalle findet als Höhepunkt ihres Schützenjahres die feierliche Krönung des Jungschützenkönigs und seiner Königin statt. Dabei wird es still im Hallenrund, und ihre Augen glänzen, wenn sie Lob und Anerkennung erfahren.

In den letzten Jahren hat sich zwischen den Jungschützen unserer Gesellschaft und den Jungschützen des Schützenvereins Herscheid eine Freundschaft entwik-kelt, die sich besonders bei gemeinsamen Nikolausfeiern Anfang Dezember abwechselnd in Plettenberg oder Herscheid hervorhebt.

In all den Jahren haben sich besonders die Betreuer der Jungschützenkompanie, ihre dem Offizierskorps der Schützengesellschaft angehörenden Helfer und viele Frauen und Männer um den Nachwuchs verdient gemacht. Friedhelm Weyland, der 18 Jahre den Jungschützen vorstand, Günter Geck und Jürgen Konetzko gebühren hierbei ganz besonderer Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit. Die Betreuung eines so großen Kreises ganz junger Menschen ist nicht immer einfach und problemlos. Sie erfordert Hingabe, zugleich aber auch Verzicht auf ein sonst ungezwungenes Feiern des Schützenfestes.

Wie nach dem Gründungsjahr 1934, so auch nach der Wiederaufstellung der Jungschützenkompanie 1960, haben die Jungschützen ihre Treue zur Gesellschaft bewahrt und tragen ihren Teil dazu bei, den Fortbestand der nunmehr 150 Jahre alten traditionsreichen Plettenberger Schützengesellschaft von 1836 zu sichern, sowie das Brauchtum und den Schützengeist in unserer Vaterstadt Plettenberg für alle Zukunft zu erhalten.

to Top of Page

jungschuetzen@online.de